Wie sie vielleicht wissen, zählt die Modebranche mittlerweile zu den schnelllebigsten unserer Zeit – mehrmals pro Jahr werden uns neue Kollektionen mit neuen „must haves“ präsentiert – schöner, besser ,zeitgemäßer.

Obwohl ich viele Jahre als Designerin in der Modebranche gearbeitet habe, finde ich diese Entwicklung alles andere als zeitgemäß – nicht nur, dass viele Kleidungsstücke nach wie vor unter menschenunwürdigen Bedingungen und zu Niedrigstlöhnen hergestellt werden und die Flut immer neuer Kollektionen den globalen Berg „alter“ und ausrangierter Kleidung rasant anwachsen lässt, besonders unsere Umwelt leidet unter dem Trend der schnell konsumierbaren „Wegwerfklamotten“.

Wäre es nicht viel schöner, den Lebenszyklus von getragenen Stoffen und Kleidungsstücken zu verlängern und so einen kleinen Beitrag zum Erhalt unseres Planeten zu leisten?

Neben meinen vielen Änderungsarbeiten versuche ich in meiner Manufaktur im Münchner Stadtteil Nymphenburg genau das. Aus alten Stoffen, am liebsten alter Spitze und alten Herrenhemden, fertige ich neue Kleider für Mädchen und Jungen – ein Vorgang, den man „Upcycling“ nennt.

So entstehen nicht nur ressourcenschonende Unikate, die generationenübergreifend getragen und vererbt werden können, es entstehen hoffentlich auch Kleidungsstücke, die uns ein kleines Stück für die Wertigkeit von Dingen und für die Zerbrechlichkeit unseres Planeten sensibilisieren.